Knalliges Violett, ein mild-süßlicher Geschmack und jede Menge Möglichkeiten in der Küche: Ube gehört zu den Lebensmitteln, die schon beim ersten Hinsehen neugierig machen. Auf Social Media taucht die violette Knolle mittlerweile in Eis, Kuchen, Cookies, Lattes oder Pancakes auf und sorgt zuverlässig für einen Wow-Effekt.

Dabei ist Ube keinesfalls eine Neuentdeckung. Vor allem in der philippinischen Küche hat die Yamsknolle eine lange Tradition und wird dort schon seit Generationen verwendet. Der internationale Hype ist also neu, die Zutat selbst bereits ein beliebter Klassiker ihrer Heimat.

Zeit, sich das violette Internet-Phänomen einmal genauer anzuschauen!

Was ist Ube eigentlich?

Ube, ungefähr „U-beh“ ausgesprochen, ist eine Yamsart mit dem botanischen Namen Dioscorea alata. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südostasien und wird heute in verschiedenen tropischen Regionen angebaut. Besonders eng verbunden ist Ube jedoch mit den Philippinen und deren Dessertkultur.

Unter der eher unscheinbaren Schale wartet bei vielen Sorten die große Überraschung: intensiv violettes bis lavendelfarbenes Fruchtfleisch. Allerdings ist nicht jede Ube gleich kräftig gefärbt. Je nach Sorte kann das Innere auch deutlich heller ausfallen.

Für das typische Violett sind natürliche Pflanzenfarbstoffe verantwortlich, die sogenannten Anthocyane. Solche Farbstoffe kennst du vielleicht auch von Heidelbeeren, Rotkohl oder dunklen Trauben.

Wie schmeckt Ube?

Wer angesichts der Farbe mit einem Geschmacksexplosion rechnet, wird überrascht sein. Pur schmeckt Ube eher unscheinbar: leicht süßlich, etwas nussig, erdig und angenehm mild. Mancheinen erinnert das Aroma zusätzlich an Vanille.

Der typische Geschmack eines Ube-Eises oder Ube-Lattes entsteht deshalb meist nicht allein durch die Knolle. Zucker, Kokosmilch, Kondensmilch, Butter oder zusätzliches Ube-Aroma machen daraus den üppigen, cremigen Geschmack, den viele heute mit Ube verbinden.

Gerade diese geschmackliche Unaufälligkeit ist aber ein Vorteil: Ube lässt sich wunderbar mit anderen Zutaten kombinieren und funktioniert längst nicht nur in Desserts.

Lila Knolle mit Superkräften?

Wegen ihrer kräftigen Farbe wird Ube im Internet gerne auch als „Superfood“ bezeichnet. Ganz so spektakulär muss man es nicht machen.

Ube ist zunächst ein stärkehaltiges pflanzliches Lebensmittel und liefert vor allem Kohlenhydrate. Je nach Sorte und Zubereitung kommen Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe hinzu.

Spannend sind vor allem die bereits erwähnten Anthocyane. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und besitzen antioxidative Eigenschaften.

Das macht aus Ube allerdings kein Wundermittel. Aussagen, nach denen die Knolle bestimmte Krankheiten verhindert oder den Körper auf besondere Weise „heilt“, gehen deutlich zu weit. Und natürlich macht auch die Zubereitung einen Unterschied: Eine gekochte Ube-Knolle ist ernährungsphysiologisch etwas anderes als ein Ube-Milchshake mit viel Zucker und Kondensmilch.

Warum ist Ube plötzlich überall?

Ube ist wie gemacht für Social Media. Ein normaler Muffin ist lecker. Ein leuchtend violetter Muffin hat zusätzlich beste Chancen, fotografiert, geteilt und kommentiert zu werden.

Die Knolle vereint gleich trendy Eigenschaften: eine auffällige Farbe, einen unkomplizierten Geschmack und jede Variabilität. Ube funktioniert in Kuchen genauso wie in Eis, Milchshakes, Cookies, Waffeln oder Bubble Tea und ist auf Bildern praktisch sofort wiederzuerkennen.

Dazu kommt: Von kräftigem Brombeer-Violett über Aubergine bis hin zu zartem Lavendel kann Ube ganz unterschiedliche Farbtöne annehmen. Genau das macht die Zutat für Cafés, Bäckereien und Food-Fans so interessant.

Bei aller positiven Aufmerksamkeit im Internet gilt: Ube war schon lange vor Instagram, TikTok und Co. Teil der philippinischen Esskultur. Social Media hat die Knolle also nicht erfunden, sondern einfach nur ins Rampenlicht gerückt.

Von der Knolle bis zum Pulver: In welcher Form gibt es Ube?

Frische Ube ist hierzulande nicht überall leicht zu finden. Deshalb begegnet sie dir häufig in anderen Formen.

Frisch oder tiefgekühlt:

Damit kommst du der ursprünglichen Knolle am nächsten. Tiefgekühlte, geriebene Ube eignet sich beispielsweise sehr gut für Cremes und Gebäck.

Als Ube-Pulver:
Getrocknet und gemahlen lässt sich Ube unkompliziert lagern und für Teige, Cremes oder Getränke verwenden. Manche Produkte werden vor der Verarbeitung zunächst mit Wasser angerührt.

Als Ube Halaya:
Dabei handelt es sich bereits um eine fertige, süße Ube-Zubereitung. Sie eignet sich als Brotaufstrich, Füllung oder Dessertbasis.

Als Ube-Aroma oder Extrakt:
Diese Produkte sorgen besonders beim Backen oder in Getränken für einen kräftigeren Geschmack und häufig auch für eine intensivere Farbe.

Welche Variante am besten passt, hängt also davon ab, was du damit vorhast.

Wie wird Ube zubereitet?

Frische Ube wird normalerweise geschält und anschließend gekocht oder gedämpft, bis sie weich ist. Danach kannst du sie pürieren, zerstampfen oder weiterverarbeiten.

Roh sollte Ube nicht einfach wie eine Möhre geknabbert werden. Yams können verschiedene natürliche Stoffe enthalten, die durch Waschen und Erhitzen reduziert werden. Eine gründliche Zubereitung gehört deshalb dazu.

Ist die Knolle erst einmal gegart, kannst du kreativ werden. Ube lässt sich ähnlich wie andere stärkehaltige Knollen verarbeiten – von cremig bis knusprig und von herzhaft bis ziemlich süß.

Traditionell: Ube Halaya

Wer Ube kennenlernen möchte, kommt an Ube Halaya kaum vorbei. Die dicke, süße Ube-Creme gehört zu den bekanntesten philippinischen Zubereitungen der violetten Yam.

Traditionell gibt es viele unterschiedliche Familienrezepte. Typisch sind gekochte beziehungsweise geriebene Ube, Zucker und cremige Zutaten wie Kondensmilch, Kokosmilch oder Butter.

Für eine unkomplizierte Variante brauchst du etwa:

  • 500 g gekochte oder tiefgekühlte geriebene Ube
  • 200 ml Kokosmilch
  • 150 g gezuckerte Kondensmilch
  • 30 g Butter

Ube mit Kokosmilch und Kondensmilch in einen Topf geben und bei niedriger bis mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren einkochen. Sobald eine dicke, cremige Masse entstanden ist, die Butter unterrühren.

Anschließend abkühlen lassen.

Ube Halaya schmeckt pur als Dessert, lässt sich aber auch als Füllung für Gebäck verwenden oder als Topping auf Eis, Pancakes und Waffeln geben.

Deftig: Cremiges Ube-Kokos-Curry

Ube kann mehr als Dessert. Ihre stärkehaltige Konsistenz macht die Knolle auch für herzhafte Gerichte interessant.

Für ein schnelles Ube-Kokos-Curry schneidest du gegarte Ube in mundgerechte Stücke. Zwiebel, Knoblauch und etwas Ingwer in Öl anschwitzen und je nach Geschmack Currypaste oder Currypulver dazugeben.

Mit Kokosmilch ablöschen und Ube sowie Gemüse deiner Wahl, zum Beispiel Paprika, Spinat oder Zuckerschoten, hinzufügen. Einige Minuten köcheln lassen und mit Limettensaft, Salz und frischen Kräutern abschmecken. Dazu passt Reis.

Die Kombination funktioniert besonders gut, weil die milde Ube kräftige Gewürze wunderbar aufnimmt und gleichzeitig für eine angenehm cremige Konsistenz sorgt.

Süß: Fluffige Ube-Pancakes

Wer erst einmal vorsichtig in die Ube-Welt hineinschnuppern möchte, kann mit Pancakes kaum etwas falsch machen.

Du benötigst:

  • 200 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Zucker
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch oder Pflanzendrink
  • 2–3 EL Ube-Pulver oder einige Löffel Ube-Püree
  • etwas Öl zum Ausbacken

Alle Zutaten zu einem glatten, dickflüssigen Teig verrühren. Kurz ruhen lassen und anschließend portionsweise in einer Pfanne zu kleinen Pancakes ausbacken.

Dazu passen Kokosjoghurt, frische Beeren, Banane, gehackte Nüsse oder ein wenig Ahornsirup.

Spätestens wenn sich der erste violette Pancake auf dem Teller stapelt, wird klar, warum Ube auf Social Media so gut funktioniert.

Viel mehr als nur ein violetter Food-Trend

Ube ist ein schönes Beispiel dafür, wie ein traditionelles Lebensmittel plötzlich weltweit Aufmerksamkeit bekommen kann. Die spektakuläre Farbe zieht zwar zuerst die Blicke auf sich – spannend wird die Knolle aber vor allem durch ihre Vielseitigkeit.

Du kannst Ube klassisch als philippinisches Ube Halaya kennenlernen, sie in einem herzhaften Curry ausprobieren oder dich mit violetten Pancakes an den Food-Trend herantasten. Dazu kommen Eis, Kuchen, Cookies, Waffeln, Mochi, Bubble Tea, Lattes und viele weitere Ideen.

Also ruhig mal über die Farbe hinausblicken: Hinter dem Social-Media-Star steckt eine traditionsreiche Yamsknolle, mit der sich in der Küche erstaunlich viel anstellen lässt.

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