Eins ist wohl jedem klar: Gerade während einer Schwangerschaft sollte man versuchen, einen gesunden Lebensstil zu führen und dringend auf Nikotin und Alkohol verzichten. Doch alles Weitere ist für viele werdende Mütter mit Unsicherheit und Ängsten verbunden: Wie genau kann man in Sachen Ernährung eigentlich eine optimale Versorgung von Mutter und Kind gewährleisten? Und wie sieht es mit Sport aus? Darf man schwanger überhaupt Sport treiben und wenn ja, welchen?

Diese und viele weitere Fragen klären wir im Folgenden. Zudem geben wir dir tolle Rezepte sowie Tipps & Tricks an die Hand, mit denen du und dein Baby gesund und munter die schöne Zeit der Schwangerschaft durchleben können. Viel Spaß beim Lesen, Nachkochen und Ausprobieren!

Die richtige Ernährung

Eine schwangere Frau sollte für eine optimale Versorgung bestenfalls bestimmte Mengen an Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten und Vitaminen pro Tag zu sich nehmen. "Für Zwei essen" musst du dabei nicht, erst ab dem 3.-4. Schwangerschaftsmonat ist der Kalorienbedarf leicht erhöht. Bei normalgewichtigen Frauen gilt, dass eine Gewichtszunahme von circa 11 bis 16 kg im Normalbereich liegt. Solltest du vor der Schwangerschaft eher über- oder untergewichtig sein, variiert diese Angabe. Hierbei gilt: Je höher das Gewicht, desto weniger solltest du während der Schwangerschaft zunehmen. Wichtiger, als dass du besonders viel isst, ist, dass die Nahrung genug Nährstoffe enthält.

Der tägliche Speiseplan einer werdenden Mutter setzt sich optimaler Weise in etwa so zusammen:

• 10% Eiweiße
• 30-35% Fette (bestenfalls mehrfach ungesättigte Fettsäuren)
• 55-60% Kohlenhydrate (bestenfalls komplexe statt einfache Kohlenhydrate - z. B. Vollkornbrot statt Weißbrot)

Dieser Bedarf sollte mit gesunden, nahrhaften Lebensmitteln gedeckt werden. Im Folgenden haben wir einige besonders wichtige Nährstoffe aufgelistet und entsprechende Lebensmittel gesammelt, in denen diese enthalten sind.

Wichtige Nährstoffe und worin sie enthalten sind

  • Folat (Folsäure)
    Ist zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Nüssen, roter Beete, dunkelgrünem Gemüse (wie Mangold, Grünkohl, Spinat und Brokkoli) sowie in Keimen, Sprossen und Vollkornprodukten enthalten. Folat ist sehr wichtig für Wachstumsprozesse im Körper, so kann zum Beispiel das Risiko von Fehlbildungen des Neuralrohres deines Babys gesenkt werden, wenn du ausreichend Folat bzw. Folsäure zu dir nimmst. Zur Info: Der Unterschied zwischen Folat und Folsäure liegt nur darin, dass sich streng genommen der organische Stoff "Folat" nennt und "Folsäure" das synthetisch hergestellte Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet.
  • Calcium
    Findet sich zum Beispiel in Milchprodukten und Käse (Achtung, nicht alle Milchprodukte sollten Sie während der Schwangerschaft zu sich nehmen. Mehr dazu findest du weiter unten auf der Seite) sowie in Hülsenfrüchten, Chiasamen, Mandeln, Tofu, pflanzlicher Milch, Spinat und grünen Kohlsorten. Calcium ist wichtig für die Knochen deines Kindes, es hilft ihnen bei einem gesunden und kräftigen Wachstum.
  • Vitamin B12 und Eisen
    Sind zum Beispiel in Fisch (z.B.: Forelle, Sardine und Seelachs. Mehr über den Verzehr von Fisch finden Sie hier), Fleisch, Getreide, Blattgemüse, Tomaten und Gurken enthalten. Beide Nährstoffe sind wichtig für die Blutbildung und einen reibungslosen Sauerstofftransport im Körper. Vitamin B12 ist zusätzlich wichtig für die Bildung eines gesunden Nervensystems.
  • Zink
    Ist beispielsweise in Nüssen, Linsen, Erbsen, Weizenkleie, Sojabohnen und Milchprodukten enthalten. Zink ist wichtig für das Immunsystem und den Stoffwechsel.
  • Magnesium
    Ist ebenfalls wichtig für das Wachstum und den Knochenaufbau des Kindes und findet sich beispielsweise in Nüssen, Samen, Weizenkeimen und Haferflocken.
  • Vitamin C
    Kannst du zum Beispiel durch den Verzehr von Zitrusfrüchten, Paprika, Brokkoli und Beeren zu dir nehmen und damit die Bildung des Bindegewebes und ein gesundes Immunsystem unterstützen.
  • Vitamin A
    Ist unter anderem wichtig für die Entwicklung der Lunge deines Babys und findet sich beispielsweise in Aprikosen, Karotten, Kürbis, Spinat oder auch in tierischen Produkten. Vitamin A aus pflanzlichen Quellen ist unbedenklich, da eine Überdosierung von Vitamin A aber schädlich sein kann, solltest du Nahrungsergänzungsmittel nur in Absprache mit deinem Frauenarzt einnehmen.
  • Omega-3-Fettsäuren
    Finden sich vor allem in Seefisch aber auch in Raps-, Walnuss-, Oliven- und Leinöl sowie in Chiasamen. Wichtig sind sie besonders für die Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktion.
  • Vitamin B6
    Hat wichtige Funktionen für die Bildung des Nervensystems und der Abwehrkräfte. Du kannst es zum Beispiel über Kartoffeln, Vollkornprodukte, Fisch und Fleisch zu dir nehmen.
  • Jod
    Jod hilft dabei, dass die Schilddrüsen von Mutter und Kind gut funktionieren und Hormone produzieren, die für viele Stoffwechselprozesse im Körper zuständig sind. Es findet sich in jodiertem Speizesalz sowie in Milchprodukten und Meeresfisch.

Welche Lebensmittel solltest du meiden?

Keine Sorge - eine gesunde und ausgewogene Ernährung bedeutet nicht, dass du als werdende Mutter auf jegliche Süßigkeiten o.Ä. verzichten müssen. Und auch Tage, an denen der Nährstoffbedarf mal nicht optimal gedeckt werden konnte, sind kein Problem. Solltest du generell Schwierigkeiten haben, alle Bereiche bloß über die Ernährung abzudecken, kannst du auch mit deinem Frauenarzt über Nahrungsergänzungsmittel sprechen.

Dennoch gibt es tatsächlich Lebensmittel, die du sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit, falls du stillen möchtest, vermeiden solltest.

Diese Lebensmittel solltest du meiden:

  1. Raub- und Tiefseefisch: Fischarten wie Thunfisch, Schwertfisch und Steinbeißer können mit Quecksilber belastet sein. Um eine Beeinträchtigung der Entwicklung des Nervensystems deines Babys zu verhindern, solltest du diese Fischarten lieber meiden. Lachs, Sardinen und Hering hingegen sind Fische, die während der Schwangerschaft empfehlenswert sind. Grundsätzlich gilt aber: Fisch nicht roh oder kaltgeräuchert essen. Während der Schwangerschaft solltest du wegen möglicher Bakterienbelastung nur gut durchgegarten Fisch essen.
  2. Rohes Fleisch: Jegliche Fleischspeisen, die nicht vollständig durchgegart sind, müssen ebenfalls vom Speiseplan weichen. Der Verzehr von rohem Fleisch kann nämlich zu einer Infektion mit Toxoplasmose führen, was sehr gefährlich für das ungeborene Baby wäre. Somit sollten Sie zum Beispiel Salami, Mettwurst, rohen Schinken, Rindertatar, Carpaccio oder medium gebratenes Steak vermeiden. Auch Innereien, wie Leber und Nieren, sollten besser gemieden werden, da diese mit Schadstoffen belastet sein können und zudem hohe Mengen Vitamin A enthalten, die zu einer Überdosierung und damit einhergehenden Fehlbildungen führen könnten.
  3. Zu viel Koffein: Kaffee, Cola und andere koffeinhaltige Getränke sind während der Schwangerschaft nicht verboten. Du sollten allerdings nicht mehr als 2-3 Tassen/Gläser pro Tag davon zu dir nehmen und Energy-Drinks ganz vermeiden.
  4. Rohmilch und Rohmilchprodukte: Unpasteurisierte Milch und Rohmilchprodukte solltest du während der Schwangerschaft nicht zu dir nehmen, da eine Infektion mit Listerien droht. Diese löst meist grippeähnliche Symptome und Magen-Darm-Probleme aus und ist für Erwachsene in der Regel ungefährlich. Bei einem ungeborenen Kind allerdings können durch eine Listeriose schwere gesundheitliche Probleme auftreten. Rohmilchprodukte sind beispielsweise Weiß- und Blauschimmel-Weichkäse, wie Camembert, Gorgonzola und Brie. Gouda, Bergkäse oder Emmentaler sowie sonstige Erzeugnisse aus pasteurisierter Milch hingegen kannst du bedenkenlos konsiumieren.

Aktiv durch die Schwangerschaft

Auch Sport in der Schwangerschaft ist ein Thema, das für viele Frauen mit Unsicherheit verbunden ist. Viele haben Sorge, dass sportliche Aktivitäten schädlich oder riskant für sie und ihr ungeborenes Baby sein könnten. Darf man überhaupt während der Schwangerschaft Sport treiben? Wenn ja, welche Intensität ist gesund und welche Sportarten sollte man meiden?

Die Antwort ist: Ja, Sport in der Schwangerschaft ist gesund und sogar empfehlenswert! Das gilt für eine komplikationslose Schwangerschaft, halte auf jeden Fall auch Rücksprache mit deinem Frauenarzt.

Optimal sei ein bewegter Alltag mit mindestens 30 aktiven Minuten an mindestens 5 Tagen der Woche.

Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass du täglich ein halbstündiges Workout machen müssen. Hierbei zählt beispielsweise auch ein entspannter Spaziergang an der Sonne (welcher auch gut für Ihren Vitamin D-Haushalt ist) oder die Treppen zu steigen statt den Aufzug zu nehmen.

Durch sportliche Aktivität während deiner Schwangerschaft kannst du deine allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und Verfassung steigern sowie dein psychosoziales Wohlbefinden verbessern. Etwas Sport und Bewegung sind nicht nur gut für deinen Stoffwechsel, deine Verdauung und den Kreislauf sondern auch für die deines Baby. Mehr über all die positiven Auswirkungen von Sport auf deine Gesundheit findest du hier.

Generell gilt es, den Sport in einem moderaten Rahmen zu halten. Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko sollten lieber gemieden werden.

Welche Sportarten du während der Schwangerschaft bedenkenlos ausführen kannst:

Diese Sportarten sind die gesamte Schwangerschaft über eine tolle Möglichkeit zur sportlichen Betätigung, die du sorgenfrei ausüben kannst:

  • Walking
  • Schwimmen
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwangerschaftsyoga
  • Joggen
    (Kannst du von der 1. bis zur 26. Schwangerschaftswoche, danach solltest du gegebenenfalls auf sachtere Bewegungsabläufe umsteigen.)

Bedenklich sind Sportarten mit erhöhtem Sturz- und Verletzungsrisiko, wie:

  • Reiten
  • Inlineskating
  • Ballsportarten/Teamsportarten
  • Kampfsport

Ob die Intensität deiner Aktivität moderat und somit passend für dich in der Schwangerschaft ist, kannst du ganz einfach folgendermaßen beurteilen:

  1. Die Aktivität wird zumindest als etwas anstrengend empfunden
  2. Leichtes Schwitzen und etwas schnellere Atmung können auftreten
  3. Du kannst dich während der Aktivität noch gut unterhalten ("Talk-Test")

Solltest du während der Sporteinheit sehr schwer Atmen müssen, sodass dir eine Unterhaltung schwer fällt oder fallen würde, solltest du die Trainingsintensität dringend mindern. Sollte es auch bei moderater Belastung zu Kopfschmerzen, Schwindel, Blutungen und anderen körperlichen Beschwerden kommen, brich das Training lieber ab und lass die Beschwerden von deinem Arzt abklären.

Wir wünschen dir eine aktive, gesunde und glückliche Schwangerschaft und viel Spaß beim Nachkochen unserer Rezeptideen!

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